Dieser Film steht in der 3sat-Mediathek zum Streamen bereit:
Die antisemitische Verfolgung zwang die jüdische Bevölkerung 1939 in Deutschland, persönlichen Besitz abzugeben. Becher, Kerzenständer oder Schöpfkellen: Allein in München wurden mehrere Tonnen Silbergegenstände konfisziert und anschließend eingeschmolzen oder verkauft. Die Dokumentation "Dr. Wenigers Auftrag - Das verspätete Erbe jüdischer Familien" begleitet den Provenienzforscher des Bayerischen Nationalmuseums Dr. Weniger auf einer emotionalen Reise von München bis nach Israel. Um die Rückgaben zu ermöglichen, sucht er nach den Nachfahren Münchener Holocaustopfer - möglicher Erben der Objekte, die sich nach ihrer Enteignung 84 Jahre lang in einem Exponate-Schrank des Museums befanden.
Trotz langsamer Behörden, verweigerter Fördergelder und schwierigen Einfuhrgenehmigungen initiiert er den ersten vorsichtigen Kontakt, plant die Reise und organisiert die Übergabe. In Israel trifft er schließlich persönlich auf die Familien, im intimen Setting ihres eigenen Zuhauses, erfährt Offenheit, aber auch Zurückhaltung. Durch das Betrachten von Zeitdokumenten und dem Aufgreifen von Fluchterzählungen taucht die Dokumentation tief in die Familiengeschichte und einzelne Schicksale ein, die hinter den Objekten stehen.
Die proaktive Rückgabe der Silberobjekte durch Dr. Weniger ist bis jetzt ein Einzelfall. Viele Objekte warten in deutschen Museen noch auf ihre Restitution.